655901_web_R_by_Hannes Tier_pixelio.de

Mehr als nur Sandsäcke – So schützen Sie ihr Haus vor Hochwasser

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden:

Veränderte Umweltfaktoren führten in den letzten Jahren immer häufiger zu Unwettern mit extremen Wetterphänomenen bis hin zu immer wiederkehrenden Hochwasserkatastrophen, bei denen nicht nur Menschen in klassischen Hochwassergebieten beroffen sind.

In den nächsten Jahrzenten werden sich diese Szenarien weiterhin zuspitzen, man spricht von einer Verdoppelung des Risikos von Starkregen in bestimmten Gebieten. Häufige Niederschläge von 10 bis 100 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden werden erwartet. Vor allem in den Sommermonaten ist weitaus häufiger mit Starkregen zu rechnen als in vergangenen Jahrzenten. Aber auch im Winter werden Flüsse immer häufiger zu Wasserhöchstständen neigen und damit auch den Grundwasserspiegel ansteigen lassen.Deshalb sollten sich auch viele Menschen in bisher verschonten Gebieten mit dem Thema Hochwasserschutz auseinander setzen. Einige werden jetzt an das Thema Versicherung denken. Aber ist es nicht effektiver von vorn herein einen entsprechenden Schutz gegen Überschwemmungen zu installieren anstatt hinterher den Schaden zu beseitigen und auf die Kulanz der Versicherer zu hoffen?

So können Sie Ihr Haus vor Hochwasser schützen


Da Regenwasser und überlaufende Bäche vor allem durch Türen und Fenster in den Keller eindringen, sind hier besondere Maßnahmen erforderlich. Kellertüren kann man zum Beispiel mit Dammbalken abdichten. Diese bestehen aus Aluminium und kosten ca. € 500 Euro pro Quadratmeter. Eine sinnvolle Investition bei Neubauten aber auch zum Nachrüsten sind Hochwassertüren. Die Firma Teckentrup hat eine Hochwasserschutztür mit aufpumpbarer Schlauchdichtung entwickelt, die bei drohendem Hochwasser über ein verdecktes Ventil aufgepumpt werden kann. Die Stahltür ist bis zu einer Höhe von 1,50m wasserdicht.

Vor dem Einbau einer solchen Tür sollte man sich aber vergewissern, dass auch das Mauerwerk selbst wasserdicht ist, denn gerade bei Holzhäusern die mit Biostoffen gedämmt wurden ist die Gefahr undichter Wandaufbauten groß. Lassen Sie daher von einem Fachmann überprüfen, ob die Dichheit der Wände gegeben ist oder ob nachträglich mit wasserabweisenden Materialien wie Blähbeton oder Mineralwolle abgedichtet werden muss.

Fenster können mit zusätzlichen Abdeckungen geschützt werden, diese kosten zwischen € 150 und € 1000 Euro pro Stück. Eine weitaus teurere aber auch sicherere Alternative wären spezielle Hochwasserfenster, die auch dem Aufprall von Treibgut standhalten. Wenn man solche Fenster nachträglich einsetzen möchte, muss mit Kosten zwischen € 2000 und € 5000 Euro pro Fenster rechnen, da auch die Fensterrahmen getauscht werden müssen.

Die Vorsorge beim Kauf oder Bau eines Hauses in gefährdeten Gebieten wird immer wichtiger. Erkundigen Sie sich bei der Stadtverwaltung und Nachbarn nach den Grundwasserständen bzw Hochwasser in der Vergangenheit, damit Sie schon frühzeitig entsprechend wirkungsvolle Schutzmaßnahmen ergreifen können. Wie Sie sehen können, gehört zum Thema Hochwasserschutz weitaus mehr als nur Sandsäcke stapeln. Um Ihr Hab und Gut effektiv vor Hochwasser zu schützen, sollten Sie unbedingt einen Profi zu Rate ziehen. Sorgen Sie rechtzeitig vor, denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt.

Surftipp

Noch ein kleiner Tipp zum Thema Hochwasser: Bei Hochwasserzentralen.de, einem gemeinsamen Projekt der Bundesländer, werden Sie immer rechtzeitig über erhöhte Pegelstände informiert. Besonders praktisch ist auch die kostenlose Handy-App des Hochwasser Infoportals.

Bildquellenangabe: Hannes Tier / pixelio.de

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden:

, , ,

(Noch) keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar